e-Learning modern


Modernes e-Learning: Wie Gen Y und Z lernen wollen

Die Generation Y steht voll im Arbeitsleben. Ihre Nachfolgerin, die Genz Z, scharrt in den Startlöchern. Was beide eint: Sie wollen anders, vor allem aber digitaler lernen als ihre Eltern. Und sie wollen, dass e-Learning modern und zeitgemäß ist.

Hey, hör auf zu flexen, das ist doch cringe pur!
Na, haben Sie alles verstanden? Wenn Sie zur Generation Babyboomer, X oder Y gehören, dann wahrscheinlich eher nicht. So oder so ähnlich spricht – zumindest laut Jugendwort-Ranking 2022 – die junge Generation, die Generation Z. Dass wir Alten nicht jedes Wort verstehen, ist nicht weiter schlimm. Jede Generation hat ihre Sprache und das ist gut so. Viel wichtiger ist es, die Sorgen, Wünsche und Skills der jeweiligen Generation zu verstehen und zu respektieren. Vor allem im e-Learning Bereich spielt das eine entscheidende Rolle. Nur wenn e-Learning modern ist und die Bedürfnisse der jeweiligen Lernendengeneration ernst nimmt, wird es von dieser auch angenommen. Aber was wollen die Generationen, die aktuell die Arbeitswelt aufmischen, genau? Wir bringen ein wenig Ordnung in den Generationendschungel und sehen uns an, was die Generationen Y und Z wirklich wollen und was das im Hinblick auf modernes e-Learning bedeutet.

Generation Y: Auf der Suche nach dem Sinn

Zur Generation Y gehören alle, die in den 1980er und (frühen) 1990er Jahren geboren wurden. Ein klar festgelegtes Beginn- und Enddatum gibt es nicht. Wesentliche Schlagworte dieser Generation: Flexibilität, Selbstverwirklichung, Individualität, Sinnhaftigkeit. Die Mitglieder der Generation Y hinterfragen althergebrachte Strukturen und stellen Sinn und Freude über Status und Prestige. Da die Millennials, wie die Mitglieder der Gen Y auch genannt werden, mit Internet, Handy und Social Media groß geworden sind, sind sie äußerst technologieaffin und beherrschen die digitale Medienklaviatur meist bravourös. Für die Arbeitswelt heißt das: Die Gen Y hat keine Lust auf strenge Hierarchien und eng geschnürte Zeitkorsette. Eine gute Balance zwischen Berufs- und Privatleben ist ihr wichtig. Lebenslanges Lernen und ständige Weiterbildung sind für Millennials eine Selbstverständlichkeit.

Was heißt das jetzt für modernes e-Learning?

Wenn man sich Beschreibungen der Generation Y durchliest, merkt man schnell: Diese Generation ist wie gemacht für e-Learning. Deshalb ist es wichtig, dass e-Learning auch für sie gemacht wird – und zwar schnell. Die Mitglieder der Gen Y sind mittlerweile nämlich voll im Arbeitsleben angekommen und haben oftmals Führungspositionen inne. Mit altbackenen e-Learning Angeboten aus den frühen 2000ern, die mit einem grottenschlechten Layout und Multiple-Choice-Fragen aufwarten, erreicht man sie nicht mehr. Vielmehr müssen die Vorteile, die e-Learning ohnehin bietet, richtig ausgespielt und mit den Bedürfnissen dieser Generation in Einklang gebracht werden. Heißt konkret: Wenn die Generation Y auf der Zugfahrt in die Arbeit am Smartphone lernen möchte, dann muss ihr das ermöglicht werden. Wenn sie gern ihre eigene Geschichte erleben möchte, müssen ihr verschiedene Wahlmöglichkeiten und Handlungsstränge geboten werden. Und wenn die Generation Y sinnhaft arbeiten und lernen möchte, muss man ihr das möglich machen, indem man im Rahmen des e-Learnings packende Geschichten erzählt, die Lernenden einen echten Mehrwehrt bieten.

Modernes eLearning

Generation Z: Digitaler, aber traditioneller

Die Mitglieder der Generation Z wurden um die Jahrtausendwende geboren. Und sie unterscheiden sich in einigen Punkten doch deutlich von ihrer Vorgängergeneration. Während die Generation Y so flexibel wie möglich sein wollte, setzt die Generation Z eher auf Sicherheit und Stabilität. Traditionelle Werte wie Familie, Freundschaft, Sicherheit und Gesundheit sind für die Mitglieder der Gen Z zentral. Soziale und ökologische Themen stehen auf ihrer Agenda ganz weit oben. In puncto Arbeit zeigt sich der deutlichste Unterschied zu den Millennials: Überstunden, Homeoffice oder flexible Arbeitszeitmodelle sind für die jungen Arbeitnehmer:innen wenig attraktiv. Die Generation Z bevorzugt eine klare Trennung zwischen Berufs- und Privatleben. Aber es lassen sich auch Gemeinsamkeiten ausmachen: Ebenso wie die Gen Y möchte die Gen Z etwas tun, das Sinn und Freude macht. Oftmals findet dieses sinnhafte Engagement im digitalen Raum statt. Die Generation Z ist nämlich noch digitaler, noch technologieaffiner und noch schneller, wenn es darum geht, Trends zu folgen und selbst zu setzen. Vor allem Social-Media-Plattformen wie TikTok, Snapchat oder Instagram, die Bilder und vor allem Videos in den Fokus rücken, stehen bei den Jungen hoch im Kurs. Lernen und Weiterbildung sind für die Generation Z wichtig, aber nicht so bedeutend wie für die Millennials.

Was heißt das jetzt für modernes e-Learning?

Eines liegt auf der Hand: Wenn Unternehmen Mitglieder der Generation Z zum digitalen Lernen bewegen wollen, muss das e-Learning modern und zeitgemäß sein. Allerdings bedeutet modernes e-Learning für die Gen Z etwas anderes als modernes e-Learning für die Gen Y. Die Millennials, bei denen die Grenze zwischen Beruf und Privatleben fließend war, haben e-Learning oftmals in ihrer Freizeit absolviert. Das kann man von der Generation Z nicht verlangen, zumindest nicht in großem Umfang. Vielmehr müssen Unternehmen e-Learning in den Arbeitsalltag integrieren und niederschwellig zugänglich machen. Wenn das Smartphone ohnehin der verlängerte Arm dieser Generation ist, muss das e-Learning auch dorthin kommen. In diesem Zusammenhang zentral: Mobile Learning und Microlearning. Kurzvideos, wie sie die Gen Z von TikTok & Co. kennt, können auch im e-Learning eingesetzt werden.

Modernes e-Learning new Generation

3 Thesen zur Zukunft des e-Learnings

Nach unserer kurzen Tour durch den Generationendschungel wissen wir nun grob, was Gen Y und Z wollen und was das aktuell für modernes e-Learning bedeutet. Aber was heißt das für die (nahe) Zukunft des e-Learnings? Wie schaffen es Unternehmen und e-Learning Anbieter, mit diesen Generationen Schritt zu halten? Wir haben zum Abschluss drei Thesen aufgestellt:

  • e-Learning muss sich auf sinnhafte Geschichten fokussieren: Storytelling wird eine noch größere Rolle im e-Learning Bereich einnehmen. Wenn sowohl Gen Y als auch Gen Z nach Sinn suchen, müssen Unternehmen und e-Learning Anbieter noch mehr auf sinnhafte Geschichten setzen und Lerninhalte abbilden, die die Generationen bewegen (Nachhaltigkeit, Soziales etc.).
  • e-Learning muss visueller und knackiger werden: In der Kürze liegt die Würze. Diese althergebrachte Redewendung könnte zum Credo des e-Learnings werden. Lern-Nuggets wie Kurzvideos, die sich an aktuellen Social-Media-Trends orientieren, werden immer wichtiger, um Lernende niederschwellig zu erreichen.
  • e-Learning muss noch individueller werden: Sowohl Gen Y als auch Gen Z streben nach Selbstverwirklichung und Selbstinszenierung. Für e-Learning heißt das: Die Lernenden müssen als individuelle Personen noch stärker in den Fokus rücken. Verschiedene Handlungsstränge, Wahl- und Individualisierungsmöglichkeiten müssen schon bei der e-Learning Konzeption mitgedacht werden.